Säuren & Basen

Paprika

Der Status

"Sauer" und "basisch" oder "alkalisch" sind chemische Begriffe. "Sauer" bezieht sich auf Säuren, "basisch" auf ihre Gegenspieler, die Basen. Letztere sind im Volksmund als Laugen bekannt.

Im Organismus müssen die sauren Substanzen und ihre Gegenspieler, die basischen Substanzen, in einem bestimmten Verhältnis zueinander vorhanden sein. Keine Seite darf ihren Anteil an diesem Verhältnis über- oder unterschreiten. Eine solche Abweichung verändert das innere Milieu im Organismus und führt dadurch zu abnormen Stoffwechselprozessen wie zum Beispiel Entgleisungen, Ablagerungen und Einlagerungen. Und diese verursachen auf lange Sicht Beschwerden und Krankheiten und führen zum frühen Tod. Die häufigste Störung des inneren Milieus ist die Übersäuerung des Organismus durch falsche Ernährung, das heißt, durch den Verzehr von Nahrungsmitteln, die im Organismus zu viel Säuren produzieren. "Die basische Ernährung" ist der Name einer Ernährungsmethode, die diese falsche Ernährung korrigieren und ersetzen soll. Sie soll durch die Verhinderung der Übersäuerung des Organismus gewisse, im folgenden noch zu besprechende Beschwerden und Krankheiten beseitigen beziehungsweise ihnen vorbeugen.

Der übersäuerte Körper

Denken Sie an das berühmte Waldsterben. Man weiß inzwischen, daß es am sauren Regen liegt. Infolge unserer veränderten Lebensweise seit etwa hundert Jahren entstehen in unserem Leben und in unserer Umwelt zu viele Dinge, die sich im Wasser direkt oder indirekt zu Säuren - im chemischen Sinne - umwandeln. So gelangen sie letztlich in den Wasserkreislauf und regnen herab auf die Bäume und in den Boden, von dem sich die Pflanzen ernähren. Die Folge ist die Übersäuerung ihres Körpers, die schließlich zu ihrem Kränkeln und Absterben führt. Das ist also Krankheit und Tod durch ernährungsbedingte Übersäuerung. Nicht anders verhält es sich beim Menschen. Unsere Ernährung ist falsch und wird durch ihre fortschreitende Industrialisierung immer falscher. Sie produziert in unseren Körpern zu viel Säure. Die Folge davon ist die Übersäuerung des Körpers. Wir unterscheiden zwei Formen der Übersäuerung des Körpers:

Erstens: Die akute Übersäuerung des Bluts, Blutazidose, auch einfach Azidose genannt (abgeleitet von dem lateinischen Substantiv "acidum" = "Säure", und Suffix "ose" = "Fülle"). Sie entsteht akut, also schnell, wenn die in der Regel gut funktionierenden Kontrollmechanismen des Bluts versagen wie zum Beispiel bei Operationen, bei Zuckerkrankheit und bei Asthma.

Zweitens: Es gibt aber auch eine schleichend auftretende, chronische Form der Azidose, die sich nicht im Blut bemerkbar macht, weil sich das Blut dank seiner Kontrollmechanismen dagegen schützen kann. Diese schleichende Form der Azidose wird durch die überschüssigen Säuren im Organismus verursacht, wenn sie wegen ihrer Übermenge nicht mehr im Körper neutralisiert und durch die Ausscheidungsorgane (Nieren, Lungen, Schweißdrüsen, Leber) entfernt werden können. In solchen Fällen lagern sich ihre Säurereste in allen Körpergeweben, insbesondere im Bindegewebe aller Organe, ab. Da sie durch falsche Ernährung verursacht wird, heißt sie alimentäre, chronische Gewebeazidose. (Das lateinische Wort "Alimentum" bedeutet "Nahrung"; "alimentär" = durch die Ernährung bedingt.)

Krank durch Übersäuerung

Die alimentäre chronische Gewebeazidose entsteht dadurch, daß unsere industriell hergestellten Nahrungsmittel erstens zu viele säurebildende Anteile und Zutaten enthalten und zweitens infolge der Herstellungsverfahren, Haltbarmachung, Konservierung und Lagerung ihre Vitamine und Mineralien verlieren. (Letztere sind vor allem die folgenden, lebenswichtigen Metalle: Kalium, Kalzium und Magnesium sowie die Spurenelemente Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Molybdän, Lithium, Fluor, Jod, Chlor, Kobalt, Chrom und Selen.) Wegen dieses Mineralmangels können die im Übermaß produzierten Säuren im Körper nicht neutralisiert werden und führen zu der genannten alimentären, chronischen Gewebeazidose. Dieser Begriff wurde hier in dieser Webseite von ihrem Autor geprägt und ist in der Schulmedizin noch nicht bekannt. Er wurde inzwischen von vielen anderen Webseiten, in erster Linie von Wikipedia, übernommen und mit überflüssigem und teilweise falschem und unsinnigem Beiwerk versehen.

Infolge der alimentären, chronischen Gewebeazidose entziehen die überschüssigen Säuren im Körper diesem seine Mineralien, ein Phänomen, welches Demineralisation genannt wird. Diese Entmineralisierung des Körpers führt zu diversen Funktionsstörungen in den Zellen und Organen und auf diese Weise zu Beschwerden und Krankheiten, die die Ärzte nicht richtig erklären können, weil es ihnen nicht beigebracht wird. Beispiele sind die Entkalkung der Knochen (Osteoporose), Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen, psychische Störungen, Gleichgültigkeit und Lustlosigkeit, Angstzustände, Depressionen, chronische Erschöpfung und Müdigkeit (Fatigue-Syndrom), Muskelverspannungen, Bänder- und Muskelschmerzen (Fibromyalgie), Arthrose und Gelenkbeschwerden, Gicht, Allergien, Hautekzeme und vermutlich jede Krankheit, bei der die Abwehrkräfte des Organismus eine Rolle spielen.

Wer sich durch Fertignahrung aus Dosen, vom Supermarkt und vom Lieferwagen ernährt, braucht sich nicht darüber zu wundern, daß er kontinuierlich seinen Körper übersäuert und bald an allerlei möglichen Beschwerden leiden wird, ohne daß die Ärzte ihm helfen können, weil sie nicht wissen, wo diese Beschwerden herkommen und was gegen sie getan werden kann. Selbst viele ihrer Medikamente verursachen alimentäre, chronische Gewebeazidose.

Die Entsäuerung des Körpers

Hat man eine wäßrige Lösung einer Substanz, so kann man messen, wie stark sauer oder basisch sie ist. Diesen Grad nennt man den pH-Wert dieser Substanz. Für die pH-Messung gibt es sogenannte Indikatorpapiere (Teststreifen wie zum Beispiel das Lackmuspapier), die man in Apotheken und Drogerien erwerben kann. Man unterscheidet drei Bereiche: sauer (weniger als 7 Punkte), neutral (7 Punkte), basisch (über 7 Punkte bis 14).

Der erste Schritt beim Praktizieren der basischen Ernährungsmethode ist dies: Die Säuremülldeponie im Körper muß beseitigt werden. Dazu gehört die Entfernung aller in den Zellen und im Bindegewebe abgelagerten wie auch der im Körper zirkulierenden, überflüssigen Säuren. Diesen Schritt nennen wir daher die Entsäuerung des Körpers. Was muß jemand, der sich für die basische Ernährungsmethode interessiert, zunächst tun, damit er überhaupt feststellt, ob sein Körper übersäuert ist und daher entsäuert werden sollte?

Die einfachste Methode dafür ist die Messung des pH-Werts des Urins. Dieser Wert gibt ungefähre Hinweise auf das Säure-Basen-Verhältnis im Körper. Er sollte idealerweise neutral bis leicht basisch sein, also 7 bis maximal 7.5 betragen. Das ist das Ziel. Messen Sie mittels eines Teststreifens eine Woche lang mehrmals am Tag den pH-Wert des Mittelstrahl-Urins. Sollte er überwiegend sauer sein, was sehr wahrscheinlich ist, dann ist die basische Ernährung für Sie genau richtig. (Ausgewogene Vegetarierkost wäre ideal, wenn Sie sich damit anfreunden und damit leben können.) Zuvor sollten Sie Ihren chronisch übersäuerten Körper entsäuern, um Ihre alimentäre chronische Gewebeazidose loszuwerden:

Die Entsäuerung Ihres Körpers besteht darin, daß Sie die überschüssigen Säuren, die sich in der Vergangenheit in Ihren Körperzellen und Geweben ein- und abgelagert haben, zur Ausscheidung bringen. Zu diesem Zweck müssen Sie Ihrem Körper Mineralien zuführen, die die abgelagerten Säurereste binden und sie durch die Nieren ausscheiden lassen. Sehr gute Dienste leisten in dieser Phase in Drogerien und Apotheken erhältliche Substanzen wie Basis Balance o.ä., die viele Mineralien und Spurenelemente enthalten. Richten Sie sich nach der jeweiligen Gebrauchsanweisung. Bald können Sie auch mit täglich zwei bis drei Tabletten Bullrich's Vital auskommen. Sehr wichtig ist: Viel Flüssigkeit trinken! Trinken Sie täglich mindestens 2-3 Liter, am besten harmlose Mineralwasser, die reichlich Mineralien in einem guten Mischungsverhältnis enthalten. Möglichst kein Chlor, kein Sulfat, kein Phosphat.

Basische Nahrungsmittel

Man sollte Nahrungsmittel bevorzugen, die den Körper möglichst nicht oder jedenfalls wenig säuern beziehungsweise ihn basisch machen. Den Erfolg ihrer Nutzung kann man jeweils am pH-Wert des Urins, meßbar durch das Indikatorpapier, ablesen. Dieser Wert sollte möglichst 7 bis 7.5 betragen und nicht höher sein. Um diesen optimalen Zustand zu erhalten, sollte man nach dem Verzehr von zu testenden Nahrungsmitteln konsequent darauf achten, wie sauer oder basisch sie wirken (wenige Stunden nach dem Verzehr den pH-Wert des Urins messen!). Die eiweißreiche Kost ist unbedingt einzuschränken. Also möglichst kein Fleisch essen! Nur naturbelassene und industriell nicht vorbehandelte Obst- und Gemüsesorten verzehren, damit sie ihre Mineralsalze noch enthalten, weil diese entsäuern und somit basisch wirken. Anhand der folgenden Liste kann man stets eine geeignete, basisch wirkende Kost zusammenstellen.

Stark basisch wirkend:
  • Gemüse: Kartoffel, Brechbohnen, weiße Bohnen, Spargel, Brokkoli, Blumenkohl, Wirsing (grün), Erbsen (frisch), Linsen, Spinat, Fenchel, Sellerie, Sauerampfer, Zwiebeln, Feldsalat, Kopfsalat, Endivie, Löwenzahn
  • Wurzelgemüse: Rote Rüben, Rettich (schwarz)
  • Obst: Banane (reif), Mandarine, Rosinen, Hagebutten, Feigen (getrocknet)
  • Anderes: Soja-Produkte
Schwach bis mittel basisch wirkend:
  • Gemüse: Porree, Grünkohl, Rotkohl, Brunnenkresse, Schnittlauch, Schnittbohnen, Schwarzwurzeln, Kohlrübe, Kohlrabi, Meerretich, Karotte, Rhabarber, Steinpilze, Pfifferlinge, Champions
  • Obst: Äpfel, Birnen, Johannisbeeren, Datteln, Bananen (grün), Mirabellen, Pflaumen, Pfirsich, Preiselbeeren, Brombeeren, Trauben, Stachelbeeren, Apfelsinen, Zitronen, Ananas
  • Milchprodukte: Kuhmilch, Schafs- und Ziegenmilch, Molke, Buttermilch
Stark säuernd:
  • Fleisch: Alle Fleischsorten, einschließlich Geflügel und Fisch - alle Sorten. Möglichst meiden!
  • Milchprodukte: Käse, Quark
  • Mehl / Getreide: Roggenmehl, Graupen, Weizengrieß
  • Brot: Weißbrot, Schwarzbrot, Graubrot
  • Nüsse: Erdnüsse
Schwach bis mittel säuernd:
  • Gemüse: Erbsen, Rosenkohl, Artischocke
  • Milchprodukte: H-Milch, Sahne
  • Fette: Butter, Margarine
  • Mehl/Teigwaren: Weizenmehl, Buchweizen, Reis, Reisstärke, Grünkern, Haferflocken, Nudeln
  • Brot: Vollkornknäcke, Vollwertbrot, Schrotbrot, Vollkornbrot, Kommissbrot, Zwieback
  • Nüsse: Haselnüsse, Mandeln, Walnüsse, Paranüsse
Unbedeutend ("weder - noch") = quasi neutral:
  • Gurken, Tomaten, Melone, Weintrauben

Eine solche Liste wie oben kann stets nur als eine erste Orientierung dienen. Es kann sein, daß Sie hinsichtlich mancher dieser Nahrungsmittel bei sich eine andere Erfahrung machen, als diese oder eine andere Liste angibt. Es kann also sein, daß eines der Nahrungsmittel, das hier als basisch wirkend oder säuernd angeführt ist, bei Ihnen nicht basisch wirkt beziehungsweise nicht säuert. Aufgrund ihrer teilweise unterschiedlichen Chemie (siehe zum Beispiel die Allergien) verarbeiten und verwerten unsere Organismen die Nahrungsmittel verschieden. Sie müssen selbst im Laufe der Zeit durch Ihre eigene Erfahrung herausfinden, was bei Ihnen sicher basisch wirkt und was säuert. Das heißt: Stets mit dem Indikatorpapier den pH-Wert des Urins messen! Jeden Tag mehrere Male. Ein Nahrungsmittel, wovon Sie feststellen, daß es Ihren Körper gesäuert hat, möglichst meiden! Das bedeutet aber keineswegs, daß Sie überhaupt keine säuernden Nahrungsmittel genießen dürfen. Orientieren Sie sich zunächst an der groben Faustregel: 2/3 basische, 1/3 säuernde Nahrungsmittel, und dann sehen Sie anhand des pH-Werts des Urins weiter!